Archiv für Januar 2009

e-Government Survey 2008: From e-Government to Connected Governance

25. Januar 2009

Das auffälligste Ergebnis der Studie der Vereinten Nationen von 2008 ist die Rangliste der Nationen zur e-Government readiness.  Diese Bereitschaft für oder Verbreitung von elektronischen Dienstleistungen ist weltweit gesehen wieder gestiegen. Allerdings hat sich die Zunahme verlangsamt. In der Rangliste führen die entwickelten Länder deutlich. Deutschland findet sich auf Platz 22 wieder. Grundlage für die Bewertungen sind Untersuchungen in den Bereichen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (Telecommunication Infrastructure Index), elektronische Informations- und Transaktionsangebote des öffentlichen Sektors (Web Measure Index) und Bildung (Human Capital Index).  Bei der Analyse der Online-Services wurden schwerpunktmässig die nationalen Portale und Angebote der Ministerien aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, der Sozialhilfe, Beschäftigung und Finanzen betrachtet.

Viel interessanter finde ich die Ergebnisse der Untersuchung der Vereinten Nationen zum grundsätzlichen Umbau der öffentlichen Verwaltung. Die Angebote verschiedener elektronischer Dienstleistungen der öffentlichen Hand nehmen zwar nach wie vor zu, dies passiert aber langsamer als vor einigen Jahren. Für einen weiteren Ausbau von e-Services ist die Integration vielfältiger Prozesse der Hintergrundverwaltung notwendig. Insofern verschieben öffentliche Verwaltungen, laut den Autoren der Studie, ihren Fokus vom Ausbau elektronischer Angebote für Bürger und Unternehmen auf die organisationsübergreifende Verknüpfung und Integration verwaltungsinterner Prozesse. Die Ziele von netzwerkartigen Prozessen und Steuerung werden in der Studie wie folgt definiert:

“Connected governance is aimed at improving cooperation between government agencies, deepening consultation and engagement with citizens, and allowing for a greater involvement with multi-stakeholders regionally and internationally. Underlying the concept of connected governance is a systematic approach to collection, reuse and sharing of data and information.”

Diese vernetzte Verwaltung wird in der Wissenschaft schon länger beschrieben und gefordert. In der praktischen Umsetzung gibt es zunehmend größere und kleinere Ansätze hierzu. Zur vollständigen Umsetzung ist es aber vermutlich noch ein langer Weg.

Australier sind eGovernment-Fans

13. Januar 2009

Laut der australischen Studie “Interacting with Government” haben 2008 mit 63%erstmals mehr Menschen mindestens einmal über das Internet Kontakt mit der öffentlichen Verwaltung aufgenommen als über andere Kanäle wie Telefon oder in Person. Ich habe mir zum Vergleich aktuelle Daten von Eurostat zur Kontaktaufnahme von Einzelpersonen mit der Verwaltung angeschaut. Im Schnitt verwendeten 25,7% der Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten das Internet um Informationen von öffentlichen Einrichtungen zu erhalten. In Deutschland waren es 31% und in Finnland 46% der Einwohner. In beiden Fällen, der australischen Studie und den Eurostat Ergebnissen, bleibt mir aber unklar, welches der absolut häufigste Kanal ist um Kontakt mit der Verwaltung aufzunehmen.

Grafik Eurostat: Einzelpersonen, die das Internet zur Kommunikation mit öffentlichen Stellen nutzen