Data.gov: Informationsfreiheit reloaded?
28. Juni 2009In den USA versucht erstmals eine neu gewählte Regierung Prinzipien des Web 2.0-geprägten Wahlkampfes in die Arbeit der Einrichtungen des öffentlichen Sektors zu übertragen. Die so erfolgreiche Einbeziehung der Wähler während des Wahlkampfs soll auch die Arbeit der neuen US-Administration unterstützen. Der Einsatz sozialer Medien in der öffentlichen Verwaltung und der damit verbundenen Prinzipien kann zu mehr Partizipation, Kollaboration und Transparenz führen, so die Hoffnung.
Seit kurzer Zeit hat die US-Administration nun einen Chief Information Officer, Vivek Kundra, der für die strategische Ausrichtung der Informationstechnologie innerhalb der Bundesverwaltung zuständig ist. Eine seiner ersten Handlungen war die Einrichtung der Webseite data.gov. Hier sollen zukünftig möglichst viele Daten öffentlicher Einrichtungen in verschiedenen Formaten abgelegt werden. Diese Daten können dann von Dritten frei verwendet und in eigene Angebote einbezogen werden.
Kundra vergleicht dieses Vorgehen im Interview mit der US-Zeitschrift Wired mit dem Angebot von GPS-Daten, welche zur Entstehung eines privaten GPS-Markts mit unzähligen Navigationsdienstleistungen geführt hat. So soll data.gov zum Einen Wirtschaftsförderung sein und zum Anderen eine transparentere öffentliche Verwaltung ermöglichen. Bürger und Unternehmen können, so die Hoffnung, mit den Daten Erkenntnisse gewinnen und neue Services entwickeln, die von den Behörden so nicht zur Verfügung gestellt werden. Kundra: “The key is recognizing that we don’t have a monopoly on good ideas and that the federal government doesn’t have infinite resources.”