Archiv für die ‘egovernment’ Kategorie

How should the public sector use Uniform Resource Identifiers?

16. Oktober 2009

“The Chief Technology Officer Council’s Information Domain have written some guidance on design considerations for how UK public sector URIs should be developed and maintained. It has been published as an interim standard , and we would greatly appreciate your feedback, so the people at Write to Reply have kindly hosted a version open for your input on which you can comment, commend or criticise.”

    Mitmachen beim offenen Manifest für Government 2.0!

    3. September 2009

    Im November findet die nächste eGovernment EU-Ministerkonferenz statt. Hier werden die Schwerpunkte im Bereich eGovernment für die nächsten drei Jahre festgelegt. David Osimo und Paul Johnston wollen mit einigen anderen Akteuren darauf hinwirken, dass bei den Beschlüssen die Government 2.0-Aspekte Transparenz, Partizipation und Kollaboration berücksichtigt werden. Dafür entwickeln sie ein offenes Manifest und suchen noch weitere Ideen, Vorschläge und Mitstreiter:

    Help craft a collective, open, bottom-up manifesto that will push governments to embrace the web culture of openness and collaboration in designing future public services. By working together and tapping the collective wisdom of a large group, our manifesto will carry a lot of weight. We will present the top-rated, collaboratively written version at the ministerial in Malmö and then encourage ministers to act in accordance with it.

    Alles neu macht bundestag.de?

    12. August 2009

    Der Webauftritt des deutschen Bundestages hat eine Überarbeitung erfahren. Das neue Design wurde heute veröffentlicht. Wirklich neue Funktionen finden sich leider kaum. Vorhandenes wird jetzt besser dargestellt, vor allem die Übertragungen aus dem Plenarsaal. Auch wurde die Benutzeroberfläche der verschiedenen Datenbanken verbessert.

    www.bundestag.de nach der Überarbeitung am 12.8.2009

    www.bundestag.de nach der Überarbeitung am 12.8.2009

    Leider wurde aber die Chance nicht genutzt grundlegende Änderungen vorzunehmen. So gibt es immer noch keine Schnittstellen, die den automatisierten Bezug großer Mengen an Informationen aus den Diskussionen und Beschlüssen des Bundestags erlauben. Da sind zum Beispiel die Parlamente in den USA und Großbritannien deutlich weiter. Auf Basis der Daten, welche diese Parlamente über ihre Schnittstellen zur Verfügung stellen sind zahlreiche Webangebote von Dritten entstanden. Diese stellen vielfach Online-Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Vielfalt an Informationen aus den Gesetzgebungs- und Beratungsprozessen schnell und einfach analysiert werden kann.

    Beispiele für Webseiten in den USA und Großbritannien, die bei der Beobachtung der Volksvertretungen helfen:

    TheyWorkForYou.com bereitet die Debatten der britischen Parlamente so auf, dass jeder Absatz der Reden im Internet einfach kommentiert und verlinkt werden kann.

    GovTrack.us bietet viele Möglichkeiten die Entstehung von Gesetzen genau nachzuverfolgen. Neben Informationen über den aktuellen Stand der jeweiligen Gesetzgebung werden die verschiedenen Versionen und Kommentierungen der unterschiedlichen Gremien zur Verfügung gestellt. Unterschiedliche Versionen können in automatisch verglichen werden. Über jedes einzelne angelaufene Gesetzesvorhaben kann man sich per RSS-Feed informieren.

    Eine kleine Presserundschau zum heutigen Relaunch von bundestag.de:

    Schon vor der offiziellen Vorstellung des überarbeiteten Portals befragte der Deutschlandfunk den Direktor des Grimme-Instituts Uwe Kamman zu den Möglichkeiten und Chancen von bundestag.de

    Eher skeptisch der Artikel “Leider nur ein Relaunch” im Tagesspiegel mit dem Fazit:

    Da ein Relaunch im klassischen Sinne nicht bedeutet, neue, innovative Produkte einzuführen sondern als Ersatz einer bestehenden Seite genügen soll, kann man diesen als gelungen bezeichnen. Die Chance einer längst nötigen Weiterentwicklung hat man damit allerdings vertan.

    Positiv beurteilt tagesschau.de in dem Artikel “Der Adler gibt Auskunft” den neuen Auftritt:

    Insgesamt ist die Neugestaltung der Bundestagsseite im Internet gelungen. Viele Punkte wurden erweitert und sind trotzdem leichter zu handhaben, außerdem kommt der neue Auftritt wesentlich zeitgemäßer daher als der Vorgänger. Die knapp vier Millionen Besucher pro Monat wird es freuen.

    Das Handelsblatt stellt in seiner Meldung “Der Politik ein Gesicht geben” fest:

    Die Suche nach Informationen wird durch den Relaunch in jedem Fall nutzerfreundlicher. Die Seite präsentiert sich übersichtlicher und ruhiger fürs Auge.

    Die Süddeutsche Zeitung bringt eine Meldung der DPA, in der Georg Hackmack einer der Mitgründer von abgeordnetenwatch.de die zu geringen Kommunikationsmöglichkeiten kritisiert:

    Kritisch sieht er [Gregor Hackmack] dagegen den Verzicht, über die Homepage mit den Bürgern in einen Dialog zu treten. bundestag.de bleibe somit eine Einbahnstraße der Kommunikation.

    20 Thesen für Government 2.0

    22. Juli 2009

    Steven Raddick hat in einem sehr interessanten Artikel 20 Thesen für Government 2.0 aufgestellt (Vielen Dank an dieser Stelle für die Thesen). Angelehnt hat er sich dabei an das Cluetrain Manifest, in dem 1999 das Verhältnis von Unternehmen und ihren Kunden im Internetzeitalter beschrieben wurde. Ich habe Raddick´s Thesen ins Deutsche übersetzt. Dabei habe ich versucht möglichst eng am englischen Original zu bleiben. So klingen einige Thesen für deutsche Ohren vielleicht etwas merkwürdig. Trotzdem finden sich viele bemerkenswerte Aussagen, die beim Einsatz sozialer Medien von Bedeutung sein dürften. Die Thesen sind sicher nur der Anfang und entsprechend ausbaufähig, sowohl inhaltlich, als auch was meine Übersetzung angeht!

    1. Die Risiken des Einsatzes sozialer Medien sind wesentlich geringer als die Risiken soziale Medien NICHT einzusetzen.
    2. Ihre Behörde/ öffentliche Einrichtung/ Arbeitsgruppe/ Abteilung/ Geschäftsbereich ist nicht einzigartig. Sie arbeiten nicht in einer Organisation, deren Daten zu geheim sind. Sie arbeiten nicht in einer Umgebung, in der der Einsatz sozialer Medien auf keinen Fall funktioniert. Die Herausforderungen vor die Sie sich bei der Verwendung sozialer Medien gestellt sehen können einmalig für Sie sein, für die gesamte öffentliche Verwaltung sind sie es nicht.
    3. Sie werden es mit Skeptikern und anderen Personen zu tun haben, denen der erfolgreiche Einsatz sozialer Medien widerstrebt. Sie fürchten, dass die einhergehende Transparenz ihre Schwächen sichtbar macht.
    4. Sie werden mit Personen arbeiten, die sich aus falschen Gründen für soziale Medien stark machen. Diese Personen sehen soziale Medien als Möglichkeit ihre eigenen Karrieren zu befördern, mehr Geld zu verdienen oder groß raus zu kommen. Diese Personen stellen eine größere Gefahr für Ihre Anstrengungen dar als die größten Skeptiker.
    5. Junge Mitarbeiter wissen nicht zwangsläufig mehr über soziale Medien als ältere Mitarbeiter. Hören Sie auf, dies anzunehmen.
    6. Sie können davon ausgehen, dass irgend jemand in Ihrer Organisation soziale Medien bereits aktiv und begeistert einsetzt. Denken Sie daran, bevor Sie irgendwelche externen “Social Media Consultants” engagieren. Finden Sie diese Mitarbeiter und setzen Sie sie ein. Diese Personen sind wesentlich für den Erfolg Ihres Einstiegs in soziale Medien.
    7. Fehler können und werden (viel) gemacht werden. Versuchen Sie nicht von vornherein mögliche Fehler zu verhindern. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, wie Sie mit Fehlern umgehen, wenn sie gemacht werden.
    8. Informationssicherheit ist eine sehr wirkliche und berechtigte Sorge. Nehmen Sie dies NICHT auf die leichte Schulter.
    9. Vorschriften sind nicht in Stein gemeißelt. Mit den richtigen Begründungen, Begeisterungsfähigkeit und Wissen können und sollten Vorschriften zu ändern sein. Manchmal genügt es ein Anfrage zu stellen, manchmal sind langwierige Verhandlungen notwendig um Vorschriften zu ändern. Beides ist wichtig.
    10. Seien Sie bescheiden. Sie wissen nicht alles, also versuchen am Besten gar nicht so zu tun. Es ist in Ordnung im Unrecht zu sein.
    11. Aber seien Sie zuversichtlich. Sie wissen, was Sie wissen und brauchen sich nicht zu verstecken. Skeptiker und Personen ohne Verständnis für soziale Medien werden Sie herausfordern. Lassen Sie sich nicht entmutigen.
    12. Überall im öffentlichen Sektor gibt es Experten für soziale Medien. Finden Sie diese. Sprechen Sie mit ihnen. Lernen Sie von Ihnen.
    13. Government 2.0 ist kein neues Konzept. Es erhält derzeit viel Aufmerksamkeit, weil soziale Medien den ehrgeizigen, den innovativen und den kreativen Personen im öffentlichen Sektor ein Sprachrohr bietet.
    14. Beim Einsatz sozialer Medien geht es nicht um Technologie sondern darum was Technologie ermöglicht.
    15. Soziale Medien werden nicht von Positionen, Titeln oder Abteilungen vorangetrieben. Sie werden von Personen vorangebracht. Versuchen Sie nicht ein komplexes Thema wie soziale Medien von einer Arbeitsgruppe oder Abteilung bearbeiten zu lassen, bringen Sie lieber verschiedene Personen aus Ihrer gesamten Organisation zusammen.
    16. Anstatt Ihre Fähigkeiten, Erfahrungen, Plattformen und Software mit Bezug zu sozialen Medien dem öffentlichen Sektor zu vermarkten, versuchen Sie es doch mal mit ernstgemeinten Gesprächen. Diese werden einen stärkeren Eindruck hinterlassen als eine PowerPoint-Präsentation.
    17. Heutzutage verbringen Mitarbeiter vermutlich fünf Minuten ihrer Arbeitszeit damit mit Freunden auf Facebook zu sprechen oder Videos bei YouTube anzuschauen. Heutige Mitarbeiter verbingen vermutlich auch eine Stunde abends um 22 Uhr damit dienstliche E-Mails zu  beantworten oder auf Artikel in einem berufsbezogenen Weblog zu antworten. Gehen Sie davon aus, dass Mitarbeiter gute Personen sind, die das Richtige tun wollen und stolz auf ihre Arbeit sind.
    18. Minister und Abteilungsleiter sind wichtige Personen. Es sollte ihnen möglich sein direkt und ohne großen Aufwand mit ihren Mitarbeitern zu sprechen.
    19. Transparent, partizipativ, kollaborativ – diese Begriffe beschreiben nicht nur einen Endzustand. Sie beziehen sich auch auf den Prozess um diesen Zustand zu erreichen. Es ist in Ordnung zu diskutieren, zu streiten und verschiedene Meinungen darüber zu haben, wie am besten “Government 2.0″ erreicht werden kann. Verschiedene Perspektiven, Meinungen und Vorstellungen sollten willkommen sein und offen besprochen werden.
    20. Es reicht nich aus negatives Feedback auf dem eigenen Weblog oder der Webseite zuzulassen. Sie müssen auf die Rückmeldung reagieren. Dies könnte bedeuten sich auf ein Gespräch mit der kritischen Person über ihre Meinung einzulassen oder gar (unglaublich!) eine veraltete Vorschrift zu verändern. Hören Sie nicht bloß der Öffentlichkeit zu, seien Sie auch davon betroffen.

    Data.gov: Informationsfreiheit reloaded?

    28. Juni 2009

    In den USA versucht erstmals eine neu gewählte Regierung Prinzipien des Web 2.0-geprägten Wahlkampfes in die Arbeit der Einrichtungen des öffentlichen Sektors zu übertragen. Die so erfolgreiche Einbeziehung der Wähler während des Wahlkampfs soll auch die Arbeit der neuen US-Administration unterstützen. Der Einsatz sozialer Medien in der öffentlichen Verwaltung und der damit verbundenen Prinzipien kann zu mehr Partizipation, Kollaboration und Transparenz führen, so die Hoffnung.

    Seit kurzer Zeit hat die US-Administration nun einen Chief Information Officer, Vivek Kundra, der für die strategische Ausrichtung der Informationstechnologie innerhalb der Bundesverwaltung zuständig ist. Eine seiner ersten Handlungen war die Einrichtung der Webseite data.gov. Hier sollen zukünftig möglichst viele Daten öffentlicher Einrichtungen in verschiedenen Formaten abgelegt werden. Diese Daten können dann von Dritten frei verwendet und in eigene Angebote einbezogen werden.

    Kundra vergleicht dieses Vorgehen im Interview mit der US-Zeitschrift Wired mit dem Angebot von GPS-Daten, welche zur Entstehung eines privaten GPS-Markts mit unzähligen Navigationsdienstleistungen geführt hat. So soll data.gov zum Einen Wirtschaftsförderung sein und zum Anderen eine transparentere öffentliche Verwaltung ermöglichen. Bürger und Unternehmen können, so die Hoffnung, mit den Daten Erkenntnisse gewinnen und neue Services entwickeln, die von den Behörden so nicht zur Verfügung gestellt werden. Kundra: “The key is recognizing that we don’t have a monopoly on good ideas and that the federal government doesn’t have infinite resources.”