Posts Tagged ‘Germany’

Das Internet wird nicht genutzt bei den Koalitionsverhandlungen

19. Oktober 2009

Christoph Bieber schreibt bei CARTA: “Die Koalitionsverhandlungen wären ein ideales Testfeld, um politische Alltagsroutinen auch nach dem Wahlkampf digital anzureichern: Kontinuierliche Tweets zum Verhandlungsgeschehen und allabendliche Blogeinträge von den Verhandlungsführern könnten die Spekulationswut der Hauptstadtmedien angenehm konterkarieren.”

    Alles neu macht bundestag.de?

    12. August 2009

    Der Webauftritt des deutschen Bundestages hat eine Überarbeitung erfahren. Das neue Design wurde heute veröffentlicht. Wirklich neue Funktionen finden sich leider kaum. Vorhandenes wird jetzt besser dargestellt, vor allem die Übertragungen aus dem Plenarsaal. Auch wurde die Benutzeroberfläche der verschiedenen Datenbanken verbessert.

    www.bundestag.de nach der Überarbeitung am 12.8.2009

    www.bundestag.de nach der Überarbeitung am 12.8.2009

    Leider wurde aber die Chance nicht genutzt grundlegende Änderungen vorzunehmen. So gibt es immer noch keine Schnittstellen, die den automatisierten Bezug großer Mengen an Informationen aus den Diskussionen und Beschlüssen des Bundestags erlauben. Da sind zum Beispiel die Parlamente in den USA und Großbritannien deutlich weiter. Auf Basis der Daten, welche diese Parlamente über ihre Schnittstellen zur Verfügung stellen sind zahlreiche Webangebote von Dritten entstanden. Diese stellen vielfach Online-Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Vielfalt an Informationen aus den Gesetzgebungs- und Beratungsprozessen schnell und einfach analysiert werden kann.

    Beispiele für Webseiten in den USA und Großbritannien, die bei der Beobachtung der Volksvertretungen helfen:

    TheyWorkForYou.com bereitet die Debatten der britischen Parlamente so auf, dass jeder Absatz der Reden im Internet einfach kommentiert und verlinkt werden kann.

    GovTrack.us bietet viele Möglichkeiten die Entstehung von Gesetzen genau nachzuverfolgen. Neben Informationen über den aktuellen Stand der jeweiligen Gesetzgebung werden die verschiedenen Versionen und Kommentierungen der unterschiedlichen Gremien zur Verfügung gestellt. Unterschiedliche Versionen können in automatisch verglichen werden. Über jedes einzelne angelaufene Gesetzesvorhaben kann man sich per RSS-Feed informieren.

    Eine kleine Presserundschau zum heutigen Relaunch von bundestag.de:

    Schon vor der offiziellen Vorstellung des überarbeiteten Portals befragte der Deutschlandfunk den Direktor des Grimme-Instituts Uwe Kamman zu den Möglichkeiten und Chancen von bundestag.de

    Eher skeptisch der Artikel “Leider nur ein Relaunch” im Tagesspiegel mit dem Fazit:

    Da ein Relaunch im klassischen Sinne nicht bedeutet, neue, innovative Produkte einzuführen sondern als Ersatz einer bestehenden Seite genügen soll, kann man diesen als gelungen bezeichnen. Die Chance einer längst nötigen Weiterentwicklung hat man damit allerdings vertan.

    Positiv beurteilt tagesschau.de in dem Artikel “Der Adler gibt Auskunft” den neuen Auftritt:

    Insgesamt ist die Neugestaltung der Bundestagsseite im Internet gelungen. Viele Punkte wurden erweitert und sind trotzdem leichter zu handhaben, außerdem kommt der neue Auftritt wesentlich zeitgemäßer daher als der Vorgänger. Die knapp vier Millionen Besucher pro Monat wird es freuen.

    Das Handelsblatt stellt in seiner Meldung “Der Politik ein Gesicht geben” fest:

    Die Suche nach Informationen wird durch den Relaunch in jedem Fall nutzerfreundlicher. Die Seite präsentiert sich übersichtlicher und ruhiger fürs Auge.

    Die Süddeutsche Zeitung bringt eine Meldung der DPA, in der Georg Hackmack einer der Mitgründer von abgeordnetenwatch.de die zu geringen Kommunikationsmöglichkeiten kritisiert:

    Kritisch sieht er [Gregor Hackmack] dagegen den Verzicht, über die Homepage mit den Bürgern in einen Dialog zu treten. bundestag.de bleibe somit eine Einbahnstraße der Kommunikation.

    Wie verbreitet ist Twitter im öffentlichen Sektor?

    6. Juni 2009

    In den USA twittern bereits einige staatliche Einrichtungen. Auch bei Politikern und Parteien in Deutschland findet der Dienst zunehmend Verwendung. Mich interessierte, ob Twitter von öffentlichen Einrichtungen in Deutschland benutzt wird.

    Um auf die Twitter-Accounts zu kommen habe ich in den Internetangeboten der hier, hier, hier und hier angegebenen Verwaltungen und Einrichtungen des öffentlichen Sektors mit Hilfe von Suchmaschinen gesucht.

    Wie man sieht, ist das Ergebnis nicht besonders umfangreich. Da ich aber weder die Internetangebote aller öffentlichen Einrichtungen durchsucht, und auch bei den bereits überprüften Angeboten sicher Hinweise auf Twitter-Accounts übersehen habe, ist diese Liste auf keinen Fall vollständig. Auch wird gerade bei großen Kommunen häufig der Internetauftritt von einem Privatunternehmen betrieben, insofern sind einige  Twitter-Accounts vielleicht strenggenommen nicht dem öffentlichen Sektor zuzurechnen. Gerne füge ich noch weitere Accounts hinzu.

    Der erste Link im jeweiligen Eintrag führt zum Twitter-Account, bei den nachfolgenden Links findet sich die Fundstelle zum Twitter-Account.

    Stadt Freiburg: http://twitter.com/freiburg/ (http://www.freiburg.de/servlet/PB/menu/1204619_l1/index.html)

    Stadt Dormagen: http://twitter.com/stadtdormagen (http://www.dormagen.de/)

    Stadt Winterberg: http://twitter.com/winterberg (http://www.winterberg.de/) (http://www.winterberg.de/tourismus/de/aktiv-und-entspannen/index.php?navanchor=10051)

    Stadtbücherei Frechen http://twitter.com/stbfrechen (http://www.stadtbuecherei-frechen.de/) (http://www.stadt-frechen.de/aktuelles-bibliothek1.php)

    Stadt München http://twitter.com/StadtMuenchen (http://www.muenchen.de/Rathaus/aktuelles/159158/twitter_RSS.html)

    Aktuelles von berlin.de http://twitter.com/Berlin_de_News (http://www.berlin.de/aktuelles/berlin/detail_dpa_21452212.php) konzentriert sich auf Nachrichten

    Hansestadt Hamburg http://twitter.com/hamburg_de (http://www.hamburg.de/guten-morgen/) auch eher auf Nachrichten fokussiert

    Redaktion von koeln.de http://twitter.com/koeln_de (http://www.koeln.de/koeln/live_auf_koelnde_so_twittert_koeln_162083.html) auch nicht die offizielle Webseite der Stadtverwaltung Köln

    Update 8.6.09:

    C. Hanken hat mich dankenswerter Weise noch auf folgende Accounts aufmerksam gemacht:

    Stadt Ratingen: https://twitter.com/ratingen

    Oberbürgermeister von Kiel: https://twitter.com/OBKiel2009 (http://www.frischer-wind-kiel.de/)

    Gefunden habe ich noch das Angebot der Tourismusabteilung der Stadt Nürnberg: http://twitter.com/nuernberg_info (http://tourismus.nuernberg.de/v04/pub/index.html?IDS=p1tsIDpL)

    Unbestätigte Twitter-Accounts (zu diesen Accounts konnte ich bisher keine Hinweise auf den Webseiten der entsprechenden Einrichtungen finden)

    Stadt Düren: https://twitter.com/StadtDueren

    Stadt Nürnberg: https://twitter.com/nuernberg_de

    Stadt Regensburg: https://twitter.com/Regensburg

    Stadt Dortmund: https://twitter.com/Dortmund

    Update 21.6.09: Informationen zum Hambuger Bürgerhaushalt gibt es hier: https://twitter.com/hamburghaushalt

    Update 2.9.09: Stadt Frankfurt am Main: https://twitter.com/Stadt_FFM

    Update 5.9.09: Stadt Erlangen http://twitter.com/erlangen_de (http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-7/208_read-18461/)